Euribor-Prognose: implizite Forwards

Berechnet aus den Werten vom 4. September 2026 mit der einfachen Geldmarktformel f(t₁,t₂) = ((1 + r₂·t₂/360) / (1 + r₁·t₁/360) − 1) · 360/(t₂ − t₁). Forwards enthalten eine Laufzeitprämie; sie sind keine Vorhersage.

Implizite Forwards am 4. September 2026

ZinssatzZinssatz
1-Monats-Satz in 1 Monat2,674 %
3-Monats-Satz in 3 Monaten2,889 %
3-Monats-Satz in 9 Monaten3,498 %
6-Monats-Satz in 6 Monaten3,373 %

Zinsstruktur am 4. September 2026

Zinsstruktur am 4. September 20261W2,154 %1M2,364 %3M2,679 %6M2,794 %12M3,108 %

Quelle: offizielle Daten der EZB / des Eurosystems. Veröffentlichung mit 24 Stunden Verzögerung.

Der Euribor ist der Referenzzins für variable Wohnkredite in Österreich, Deutschland und dem übrigen Euroraum. Die fünf Laufzeiten unten sind die Werte vom 4. September 2026: der 3-Monats-Euribor ist der übliche Referenzsatz variabler Kredite in Österreich, der 12-Monats-Satz dominiert in Spanien und Finnland, und die Sätze für 1 Woche und 1 Monat folgen der EZB-Politik am engsten.

Alle Werte werden einen Geschäftstag nach der Feststellung veröffentlicht, sind offizielle Daten der EZB / des Eurosystems und werden monatlich mit dem EZB-Datenportal abgeglichen. Nutzen Sie die Laufzeitseiten für den Verlauf, die Monatsseiten für den Anpassungsdurchschnitt und den Rechner, um eine Änderung in Euro pro Monat zu übersetzen.

Der Euribor ist der Zinssatz, zu dem sich Banken im Euroraum für eine feste Laufzeit Geld leihen; er wird vom European Money Markets Institute an jedem Geschäftstag veröffentlicht. Diese Website übernimmt die offiziellen Werte mit 24 Stunden Verzögerung, deshalb ist der neueste Wert meist der von gestern.

Jede Zahl auf dieser Seite ist ein offiziell veröffentlichter Wert, keine Schätzung: Tageswerte sind die Euribor-Feststellungen, wie sie in den offiziellen Statistiken der EZB / des Eurosystems ausgewiesen werden, Monatsdurchschnitte sind das arithmetische Mittel dieser Werte und werden mit dem EZB-Datenportal abgeglichen, und die Tabellen werden an jedem Geschäftstag aktualisiert, sobald der Wert des Vortags vorliegt. Laufzeiten folgen der Konvention ACT/360. Weicht ein Monatsdurchschnitt um mehr als einen Hundertstelpunkt vom EZB-Wert ab, führt die Methodik-Seite den Fall auf.

Was implizite Forward-Sätze sind

Die fünf Euribor-Laufzeiten eines Tages bilden zusammen eine Zinskurve. Aus zwei Punkten dieser Kurve lässt sich ein dritter Zins ableiten: der Satz, der für den Zeitraum zwischen den beiden Fälligkeiten gelten müsste, damit beide Anlagen gleich viel einbringen. Diesen Satz nennt man impliziten Forward-Satz. Er ist keine neue Information, sondern eine Umformung der heutigen Werte.

Ein Beispiel: Wer Geld für sechs Monate zum 6-Monats-Euribor anlegt, muss am Ende genauso viel haben wie jemand, der es erst für drei Monate zum 3-Monats-Euribor anlegt und danach für weitere drei Monate zu einem noch unbekannten Satz. Der Forward ist genau der Satz, der diese Gleichung aufgehen lässt.

Die Formel in Worten

Die Prognoseseite zeigt die Formel; hier ist sie ausgeschrieben. Man nimmt den längeren Satz, multipliziert ihn mit seiner Laufzeit in Tagen geteilt durch 360 und addiert eins. Dasselbe macht man mit dem kürzeren Satz. Dann teilt man den ersten Wert durch den zweiten und zieht eins ab. Das Ergebnis ist die Verzinsung für den Zeitraum zwischen den beiden Fälligkeiten. Um sie auf einen Jahreszins zu bringen, multipliziert man mit 360 und teilt durch die Anzahl der Tage dieses Zeitraums. Die 360 kommt aus der Zinstagekonvention ACT/360 des Euribor.

Die Website berechnet auf diese Weise vier Forwards: den 1-Monats-Satz in einem Monat, den 3-Monats-Satz in drei Monaten, den 6-Monats-Satz in sechs Monaten und den 3-Monats-Satz in neun Monaten. Grundlage sind die Werte vom 4. September 2026.

Warum Forwards keine Vorhersagen sind

Ein Forward sagt, welcher Satz heute in der Kurve steckt, nicht, welcher Satz später tatsächlich festgestellt wird. Dafür gibt es zwei Gründe.

Erstens enthält jede längere Laufzeit eine Laufzeitprämie: Banken verlangen für längere Bindung einen Aufschlag, der nichts mit erwarteten Zinsänderungen zu tun hat. Dieser Aufschlag wandert in den Forward und lässt ihn tendenziell höher erscheinen, als es die reine Erwartung ergäbe.

Zweitens ändern sich Forwards täglich, weil sich die Kurve täglich ändert. Der Forward von heute und der von nächster Woche können deutlich auseinanderliegen, ohne dass die EZB etwas entschieden hat. Ein Forward ist also eine Momentaufnahme der Markterwartung, nicht das Ergebnis.

Diese Website gibt keine Prognosen ab und empfiehlt nichts. Die Tabelle heißt Prognose, weil Leser nach diesem Begriff suchen; ihr Inhalt ist Rechnung, keine Meinung.

So lesen Sie die Tabelle

Jede Zeile nennt einen Zeitraum in der Zukunft und den Satz, den die heutige Kurve dafür enthält. Der nützlichste Vergleich ist der mit dem aktuellen Satz derselben Laufzeit. Liegt der 3-Monats-Satz in drei Monaten über dem heutigen 3-Monats-Euribor (2,679 %), preist der Markt für das nächste Quartal eher steigende Sätze ein; liegt er darunter, eher sinkende. Die Größe des Abstands zeigt, wie stark diese Erwartung ist.

Für Kreditnehmer in Österreich und Deutschland mit vierteljährlicher Zinsanpassung am 3-Monats-Euribor ist der 3-Monats-Satz in drei Monaten die Zeile, die am ehesten zur übernächsten Anpassung passt, gelesen als Erwartung des Marktes, nicht als Ankündigung Ihrer Bank.

Die EZB-Sitzungen als bewegende Ereignisse

Der Einlagesatz der EZB ist der Anker des kurzen Kurvenendes, und er ändert sich nur auf einer der acht geldpolitischen Sitzungen des EZB-Rats pro Jahr. Ein Forward, dessen Zeitraum eine oder mehrere Sitzungen einschließt, enthält die Markterwartung für diese Sitzungen. Deshalb werden die Sitzungstermine neben den Forwards gezeigt: Sie markieren die Tage, an denen aus Erwartung Tatsache wird und die Kurve neu ansetzt. Den vollständigen Kalender finden Sie auf der Seite zum EZB-Sitzungskalender.

Häufige Fragen

Was ist ein impliziter Forward-Satz?

Ein Zinssatz für einen künftigen Zeitraum, der rechnerisch in der heutigen Zinskurve steckt. Aus dem 3-Monats-Euribor ({rate_month_3}) und dem 6-Monats-Euribor ({rate_month_6}) lässt sich zum Beispiel ableiten, welcher 3-Monats-Satz in drei Monaten die beiden Werte widerspruchsfrei verbindet. Er ist eine Umformung der heutigen Werte, keine Vorhersage.

Ist die Euribor-Prognose auf dieser Website eine Vorhersage?

Nein. Die Tabelle zeigt, was die Zinskurve vom {date} rechnerisch für die kommenden Monate enthält. Forward-Sätze enthalten eine Laufzeitprämie, ändern sich täglich und lagen in der Vergangenheit häufig neben dem später tatsächlich festgestellten Wert. Diese Website gibt keine Prognosen und keine Empfehlungen ab.

Wie lese ich die Forward-Tabelle?

Jede Zeile nennt einen künftigen Zeitraum, etwa den 3-Monats-Satz in 3 Monaten, und den Wert, der sich aus der heutigen Kurve ergibt. Vergleichen Sie ihn mit dem aktuellen 3-Monats-Euribor: Liegt der Forward darüber, preist der Markt steigende Sätze ein, liegt er darunter, sinkende.

Warum werden die EZB-Sitzungen neben den Forwards gezeigt?

Weil die acht Sitzungen des EZB-Rats pro Jahr die Ereignisse sind, an denen sich der Einlagesatz und damit das kurze Ende der Kurve ändern. Ein Forward, dessen Zeitraum eine Sitzung einschließt, enthält die Markterwartung für diese Sitzung.